Die Wissower Klinken

Die Wissower Klinken - einst Hauptattraktion der Insel Rügen

Die Wissower Klinken vor dem Abbruch

Die Wissower Klinken waren bis zum 24. Februar 2005 die Hauptattraktion der Kreideküste und gehörten zu den am meisten fotografierten Motiven. Die beiden 20 Meter hohen Hauptzinnen stürzten an dem Februartag ins Meer. Ein Jahr zuvor waren bereits Risse entdeckt worden. Ein Riss hatte sich verbreitert und bewirkte, dass 1.000 Kubikmeter Kreide ins Meer stürzten. Eine Woche später erfolgte der große Abbruch, der die Küstenformation ganz erheblich veränderte. 50.000 Kubikmeter Kreide rutschten ins Meer ab. Neben der Meeresbrandung wurde für die Absprengung der berühmten Zinnen der Druck von eiszeitlichen Ablagerungen aus dem Landesinneren verantwortlich gemacht. Gefrorenes Niederschlagswasser sprengte dann nach Einsetzen von Tauwetter die Felsmassen endgültig ab.

Die Wissower Klinken sind nicht, wie so oft angenommen, die Vorlage für das Gemälde von Caspar David Friedrich „Kreidefelsen auf Rügen“. Das ursprüngliche Motiv für das Bild liegt in etwa nordwestlich vom Königsstuhl. Die Stelle ist heute jedoch kaum wieder zu finden, da der Küstenabschnitt einem ständigen Wandel unterliegt, wie uns das am Beispiel der Wissower Klinken verdeutlicht wurde.

Risse an den Wissower Klinken

Schon aus dem Gespräch mit Herrn Manfred Kutscher Nationalparkamt im März 2004 ist abzuleiten, dass die Wissower Klinken einmal zum rutschen kommen werden und abstürzen. Nur "wann?", das kann keiner sagen. Dicke Risse sind an den Wissower Klinken wahrzunehmen. Einer von Ihnen soll sogar aus dem Jahr 1982 stammen und ein anderer großer Riss in dieser Kreidewand soll eine Länge von 25 Metern aufweisen. Das Nationalparkamt mahnt Wanderer an dieser Stelle zu größter Vorsicht.
Abbrüche an den Wissower Klinken: 1999 rund 2.000 Kubikmeter und 2002 kamen nochmals ca. 1.000 Kubikmeter an den Klinken runter.

Die Wissower Klinken 2004
Die Wissower Klinken 2005


Auszüge aus der Ostsee Zeitung 2005

09. Februar 2005
Riss an den Wissower Klinken hat sich verbreitet. An der Kreideküste rieselt es. Es kündigt sich der nächste Abbruch an! Abbrüche an der Kreideküste sind aber keinesfalls nur auf das Wetter zurückzuführen. Ebenso muss man die Kräfte nennen, die von der Landseite wirken. Dabei handelt es sich um eiszeitliche Gesteinsschichten, die auf die Kreide drücken. Diese liegt auf der Geschiebeschicht wie auf einer schiefen Ebene und rutscht deshalb Stück für Stück dem Meer entgegen.

18. Februar 2005
An den Wissower Klinken ist wieder Kreide abgebrochen. Es ist der dritte größere Abbruch innerhalb der vergangenen 6 Jahre! Aus dem linken Bereich der Wissower Klinken ist Material ans Ufer gestürzt. Grob geschätzt handelt es sich dabei um etwa 1.000 Kubikmeter - " Wir haben relativ stabilen Frost in den Felswänden, der halte Sand und Mergel fest. Sollte sich Tauwetter einstellen, ist für nichts zu garantieren - angesichts von 40 Litern Wasser in Form von Schnee auf dem Quadratmeter, die wir in den letzten Tagen bekommen haben." (Auszug aus dem Gespräch mit Hr. M. Kutscher Nationalparkamt) Für die Wissower Klinken macht es jedenfalls ein "hohes Gefahrenpotenzial" geltend.

23.Februar 2005
Risse an den Wissower Klinken
Schon aus dem Gespräch mit Herrn Manfred Kutscher vom Nationalparkamt im März 2004 ist abzuleiten, dass die Wissower Klinken einmal zum rutschenkommen werden und abstüzen. Nur "wann?", das kann keiner sagen.
Dicke Risse sind an den Wissower Klinken wahrzunehmen. Einer von Ihnen soll sogar aus dem Jahr 1982 stammen und ein anderer großer Riss in dieser Kreidewand soll eine Länge von 25 Metern aufweisen. Das Nationalparkamt mahnt Wanderer an dieser Stelle zu größter Vorsicht.

23.Februar 2005
Abbruch vor dem Kieler Bach (ca. 3/4 Std. Fußmarsch von den WIssower Klinken in Richtung Königsstuhl). Aus 40 Metern Höhe sind in der Nähe des Kieler Baches 500 - 800 Kubikmeter Kreide ans Ufer gestürzt.

24.Februar 2005
ABGESTÜRZT !
Eines der markantesten Wahrzeichen Rügens ist abgestürzt. Die Wissower Klinken zwischen Sassnitz und Stubbenkammer/Königsstuhl gelegen, lösten sich in der Nacht zu Donnerstag von der Steilküste. Schätzungsweise 50.000 Kubikmeter Kreide fielen in Brocken auf den Strand.

Bilder - Galerie Wissower Klinken