Kirchen auf Rügen

Die Kirchen auf Rügen zählen zu den ältesten Baudenkmalen und sind in allen Gebieten der Insel zu finden. Viele dieser Kirchen sind in den Anfängen der Christianisierung des 12. und des 13. Jahrhunderts entstanden. Die vielen kleinen Dorfkirchen aus verschiedenen Stil - Epochen sind oftmals aus Backsteinen und auf Feldsteinsockeln errichtet, dadurch sind sie charakteristisch für die Insel Rügen und prägen deutlich das Orts- und Landschaftsbild.
49 historische Kirchen gibt es auf der Insel Rügen. Zur bekanntesten Kirche, zählt die achteckige Kapelle im malerisch gelegenen Fischerdorf Vitt in der Nähe des Kap Arkona auf der Halbinsel Wittow. Die älteste Kirche der Insel Rügen ist die St. Marien zu Bergen auf Rügen. Diese Kirche wurde zusammen mit dem Kloster 1193 erstmalig urkundlich erwähnt. Die im romanischen Stil errichtete Pfarrkirche von Altenkirchen (um 1200) ist die älteste Dorfkirche und liegt auf der Halbinsel Wittow. Im nachfolgenden werden einige dieser Kirchen vorgestellt.

Kirche in Altefähr

St. Nikolaikirche Altefähr

(evangelisch)
Die Backsteinkirche aus dem 15. Jh. ist mit der achteckigen und rot leuchtenden Kirchturmspitze schon vom Rügendamm aus zu sehen. Das älteste Ausstattungsstück ist eine aus dem 14. Jh. stammende Kalksteinfünte. 1667 bis 1674 entstand die Kanzel aus Eichen- und Kiefernholz. Der Barockaltar wurde 1746 in der Werkstatt des Stralsunders Michael Müller angefertigt. Insgesamt vier Votivschiffe sind zu sehen.
Besonderheit: Außergewöhnliche Turmuhr, deren Ziffernblätter nicht in der Mitte des Turmes sitzen, sondern gänzlich in die Ecke geschoben sind.


Kirche in Altenkirchen

Pfarrkirche Altenkirchen

(evangelisch)
In Altenkirchen befindet sich eine der ältesten Kirchen Rügens. Der um 1200 begonnene und als dreischiffige Pfeilerbasilika konzipierte Backsteinbau wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut. In der Spätgotik entstand das Kreuzrippengewölbe. Neben dem großen Kruzifix im gotischen Triumphbogen, stellen der 1724 entstandene Altar, sowie der um 1730 geschaffene Taufengel Besonderheiten dar. Ein durch den Stralsunder Maler Erich Kliefert kopiertes Bild des "Versinkenden Petrus" befindet sich im Seitenschiff.
Besonderheit: "Svantevit-Stein", gotländische Taufe


Kirche in Baabe

Kirche in Baabe

(evangelisch)
Auch der Entwicklung von Baabe zum Badeort ist es zuzuschreiben, dass eine eigene Kirche notwendig wurde. So erfolgte 1929 die Grundsteinlegung, am 24. Juni 1930 war Einweihung. Die durch die Schlichtheit beeindruckende Kirche wurde von dem Berliner Architekten E. Schmidt entworfen. Im Inneren erinnern das Gewölbe und die Fenster an die Form eines kieloben liegenden Fischerbootes was den Charakter der Halbinsel Mönchgut wieder spiegelt. Erst 1969 erhielt das kleine Gotteshaus eine Orgel. Alle übrigen Ausstattungsstücke stammen aus der Zeit der Erbauung.


Kirche in Bergen

St. Marienkirche Bergen

(evangelisch)
Mit dem Bau der romanischen Backsteinkirche St. Marien wurde um 1180 begonnen. Zunächst war sie als Palastkirche des slawischen Fürsten Jaromar gedacht. 1193 wurde sie dem Benediktinerinnen-Kloster zugewiesen und 1250 schließlich mit den Aufgaben einer Pfarrkirche betraut. Ein von außen in das Mauerwerk eingebrachter slawischer Grabstein (vermutlich von Jaromar) ist der älteste Bestandteil der Kirche.
Besonderheit: mittelalterliche Wandmalereien, romanischer Abendmahlskelch (13. Jh.), wohl älteste Kirche Rügens


Kirche in Bobbin

St. Paulikirche Bobbin

(evangelisch)
Das Gotteshaus aus Feldsteinen mit Backsteinformteilen wurde um 1400 errichtet. Der massive Turm entstand erst 100 Jahre später. Aus dem Vorgängerbau der heutigen Kirche stammt wahrscheinlich das älteste Ausstattungsstück, eine Kalksteinfünte aus der Zeit um 1300. Die hölzerne Kanzel mit Schalldeckel entstand 1622 im Stil der Spätrenaissance. Eine barocke Überformung und Neuausstattung der Kirche erfolgte unter dem Patronat des schwedischen Generals und Feldmarschalls Carl Gustav von Wrangel in der Zeit von 1649 bis 1676.
Besonderheit: barocke Ausstattung durch Orgel, Beichtstuhl, Altar, Chorschränke und Patronatsloge


Kirche in Garz

St. Petrikirche Garz

(evangelisch)
Mit der Errichtung des eindrucksvollen Gotteshauses wurde bereits im 14. Jh. begonnen, sie dauerte jedoch bis ins 16. Jh.. Auffällig am Äußeren des Backsteinbaus ist der quadratische Westturm. Ein reich verzierter Taufstein aus dem 13. Jh. stellt das älteste Ausstattungsstück dar. Der größte Teil des übrigen Inventars stammt aus dem 18. Jh., wie der schwebende Taufengel oder die Kanzel.
Besonderheit: Ein Patronatsstuhl erinnert an den am 26.12.1769 in Groß Schoritz geborenen Ernst-Moritz-Arndt. Auf dem Friedhof befinden sich bis zu 200 Jahre alte Grabmäler.


Kirche in Göhren

Kirche in Göhren

(evangelisch)
Mit dem beginnenden Badebetrieb war auch bald eine Kirche in Göhren notwendig. Nachdem zunächst um 1900 eine provisorische Waldkirche errichtet wurde, erbaute man 1929/30 ein Gotteshaus aus Klinker mit einem wuchtigen Doppelturm. Dieser Bau orientiert sich an mittelalterlichen Vorbildern. Der Tiroler Bildschnitzer Ferdinand Stufflesser schuf die Altarfiguren: Maria und Johannes stehen unter einem Kreuz als Fischerpaar in Mönchguter Tracht. Die vier Glasfenster des Altarraumes mit Seefahrtsmotiven schuf ein Meininger Grafiker.
Besonderheit: Votivschiff, bronzezeitliches Hügelgrab "Speckbusch" hinter der Kirche


Kirche in Putbus

Schlosskirche Putbus

(evangelisch)
Nachdem der verputzte Backsteinbau im Stil des Spätklassizismus 1846 als Kursalon fertig gestellt wurde, baute man ihn 1892 zur Kirche um. Als die Schlosskapelle mit einem Brand 1865 zerstört und die Kirchengemeinde Putbus von der Vilmnitzer Pfarrkirche selbständig wurde, war der Bedarf an einer eigenen Kirchen groß. Die Orgel, die Kanzel und der Altar stammen aus der Umbauzeit und das als Altarblatt verwendete Ölgemälde des italienischen Malers Daniel Crespi gehört zum Altar der Schlosskapelle.
Besonderheit: weiträumige Parkanlage gelegen, Stadt im klassizistischen Stil


Informationen teilweise aus: „Gottes Häuser: Dorf- und Stadtkirchen auf Rügen und in Stralsund“