Kap Arkona - Das Flächendenkmal im Norden der Insel Rügen

Das Flächendenkmal Kap Arkona

Das Flächendenkmal Kap Arkona

Das Flächendenkmal Kap Arkona im Nordosten der Halbinsel Wittow gehört mit dem weiter nordwestlich gelegenen Gellort und dem kleinen Fischerdorf Vitt zur Gemeinde Putgarten und ist heute Landschafts- und Naturschutzgebiet. Das Kap Arkona ist über eine schmale Straße von Altenkirchen zu erreichen. Die Straße zwischen Altenkirchen und Putgarten ist sehr schmal, so dass z. B. bei entgegenkommenden Bussen u. U. in Baumlücken am Straßenrand ausgewichen und angehalten werden muss.
Das in einer Schlucht, unweit vom Kap Arkona gelegene malerische Fischerdorf Vitt steht komplett unter Denkmalschutz. 1806 ließ der Pastor und Dichter Ludwig Theobul Kosegarten für seine Uferpredigten eine kleine achteckige Kapelle oberhalb von Vitt errichten. Den Fischern war es mitten in der Heringsfangsaison nicht zuzumuten, zum Gottesdienst ins sieben Kilometer entfernte Altenkirchen zu reisen.
Das Kap Arkona ist geschichtsträchtiges Land. In der Tempelfestung am Kap Arkona entstand unter den Slawen ein religiöses Zentrum, das dem Hauptgott Swantevit geweiht war. Die Zerstörung der Jaromarsburg und ihres Heiligtums im Jahre 1168 durch die Dänen, leitete die Christianisierung Rügens ein. An der Stelle des Heiligtums wurde die erste christliche Kirche Rügens errichtet, von der heute nichts mehr zu sehen ist.

Download Übersichtsplan Kap Arkona

Drei Türme – Schinkelturm, neuer Leuchtturm und Marinepeilturm

Die beiden Leuchttürme am Kap Arkona Das Kap Arkona ist 46 m hoch, der Burgwall ist 260 m lang und bis zu 12 m hoch. Gleich drei Türme stehen am Kap Arkona. Veteran ist der so genannte Schinkelturm, sein Nachfolger ist der "neue Leuchtturm" und etwas abseits steht der Marinepeilturm.

Am 5. Mai 1826 fand die Grundsteinlegung für den Bau eines Leuchtfeuers am Kap Arkona statt. Der berühmte Architekt Karl Friedrich Schinkel fertigte die Baupläne. Ein Gebäude in norddeutscher Backsteingotik auf quadratischem Grundriss mit drei jeweils leicht voneinander zurückgesetzten Geschossen, darauf der verglaste Aufsatz für das Leuchtfeuer. Am 1. Januar 1828 konnte der 21 Meter hohe Leuchtturm seinen Dienst aufnehmen und wurde mit der Fertigstellung des neuen Leuchtturms außer Dienst gestellt. Damit ist der Schinkelturm am Kap Arkona eines der ältesten Leuchtfeuer an der Ostseeküste.
Heute beherbergt der Turm ein Museum und eine Außenstelle des Standesamts. Die hier geschlossenen Ehen werden auf einer kleinen Tafel im Boden vor dem Turm verewigt.

Der ehemalige Marinepeilturm am Kap Arkona

Der neue Leuchtturm, mit 33 Metern der höchste Turm am Kap Arkona, wurde 1902 fertig gestellt. Der aus Backsteinziegeln errichtete Turm steht auf einem Granitsockel und ist heute noch in Betrieb, aber einen Leuchtturmwärter sucht man dort vergebens. Das modernisierte System wird von Stralsund aus ferngesteuert.
In der Nähe der Jaromarsburg steht der dritte Turm, der Marinepeilturm. Er wurde 1927 ebenfalls in Ziegelbauweise erbaut und diente als Seefunkfeuer. Die technischen Einrichtungen wurden 1945 zerstört. Der Peilturm wird heute als Kunstmuseum und Atelier genutzt.
Alle drei Türme am Kap Arkona sind für Besucher geöffnet. Von den Aussichtsplattformen aller drei Türme hat der Besucher einen grandiosen Panoramablick über das Kap Arkona und die Insel Rügen.



Sonderbriefmarke Kap Arkona Das Kap Arkona ist auch Motiv einer Sonderbriefmarke (Sonderpostwertzeichen), die vom Bundesfinanzministerium am 12. Juli 2012 herausgegeben wurde.

Bilder - Galerie Flächendenkmal Kap Arkona

Königstreppe, Veilchentreppe, Treppe am Gellort

Die steinigen Strände unterhalb der Steilküste am Kap Arkona sind nicht zum Baden geeignet. Zum Strand rund um das Kap Arkona gelangt man nur vom Fischerort Vitt oder über eine der drei steilen Treppen, die über das Kap Arkona verteilt sind. Die nördlichste Treppe befindet sich beim Gellort und führt hinab zum Siebenschneiderstein, einem großen Findling von 165 Tonnen, der am Strand liegt. Vom Kap Arkona selbst führt die Königstreppe über 42 Meter zum Strand hinab. Sie wurde 1995 nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Unterhalb des slawischen Burgwalls der Jaromarsburg führt die Veilchentreppe zum Strand. Auch hier liegt ein Findling im Wasser, der Kosegartenstein.

Die Treppe am Gellort
Die Treppe am Gellort
Die Königstreppe
Die Königstreppe
Die Veilchentreppe
Die Veilchentreppe


Info-Tafeln am Kap Arkona warnen von Küstenabbrüchen

Infotafel Kap Arkona Diese Tafeln am Kap Arkona sollen künftig vor den Gefahren an der Kreideküste warnen. Die Tafeln von Experten des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie zeigen detailliert, wie die Steilküsten aufgebaut sind und warum es immer wieder zu Abbrüchen dort kommt.

Download Info-Tafel

Weitere Informationen unter: www.kap-arkona.de