Jagdschloss Granitz

eines der beliebtesten Ausflugsziele auf der Insel Rügen

Das Jagdschloss Granitz

"Aber hoch von Oben herab schaute der entzückte Himmel mit tausend Sternenaugen die schöne Granitz an." Karl Ernst, 1800

Die Granitz, ein Waldgebiet, liegt im Südosten der Insel Rügen. Inmitten eines circa 800 Hektar umfassenden Buchenwaldes befindet sich auf der höchsten Erhebung der Granitz, dem 107 m hohen Tempelberg, das Jagdschloss Granitz. Dieses faszinierende Bauwerk im norditalienischen Stil der Ranaissancekastelle wurde in den Jahren 1837-1851 im Auftrag des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus errichtet.

Den ursprünglichen Entwurf für das Bauwerk fertigte der Berliner Architekt Johann Gottfried Steinmeyer. Nach seinen Plänen wurde das Schloss auch angelegt. Durch intensiven Gedankenaustausch des Bauherren mit dem Kronprinzen von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., erfuhr die Planung grundlegende Veränderungen. Friedrich Wilhelm IV. entwickelte auch die Idee zum Bau des 38 Meter hohen zinnbekränzten Mittelturmes.

Die Treppe im Jagdschloss Granitz Nach einer Skizze des Kronprinzen fertigte Karl-Friedrich Schinkel die detaillierten Pläne für den Turmbau und dessen repräsentative gusseiserne Wendeltreppe. Die an der Innenwand montierte, selbsttragende Treppe führt hinauf zur Aussichtsplattform. Prägend für die Treppe sind die filigran durchbrochenen Tritt- und Setzstufen mit ihrer Blüten- und Rankenornamentik. Sie verleihen ihr die optische Leichtigkeit. Die nach einem Baukastensystem zusammengesetzte Treppe ist eine konstruktive und ästhetische Meisterleistung des Berliner Eisenkunstgusses. Während im 18. Jahrhundert Treppen als Ort der Repräsentation galten, muss die Treppe des Jagdschlosses Granitz als beeindruckende Demonstration der aufstrebenden preußischen Eisengussindustrie und als Hinweis auf den fortschrittlichen Bauherren gewertet werden.

Das Jagdschloss ist ein zweigeschossiger verputzter Backsteinbau über annähernd quadratischem Grundriss. Über dem aus der Erde hervorragenden Findlingsfundament liegt der von Kellerfenstern durchbrochene, leicht geböschte glatte Sockel mit einfachem Abschlussprofil. die aufgehenden Wände mit Putzquaderung sind in Höhe der Sohlbänke der Obergeschossfenster von einem Kaffgesims umzogen. Die Traufe ist kaum betont, beträchtlich tiefer liegt ein Fries aus dicht gereihten flachen Konsolen; die Türme sind von kräftigen vorgekragten Zinnenkränzen bekrönt. Alle Fenster und das Portal sind rundbogig, mit profiliertem Gewände; in den Fensterbögen feinteiliges neugotisches Maßwerk; die Fenster des Mittelturmes und der obersten Eckturmgschosse sind schlichter; vor dem Portal eine Freitreppe. Flaches Pappdach. Die Räume im Erdgeschoss haben zum Teil gekachelte Wände und ornamentierte Stuckdecken, in einem Raum ein Kachelofen mit Jagdszenenrelief. Den östlichen Teil des Obergeschosses nimmt der sogenannte "Marmorsaal" ein, dessen Wände bis zu zwei Drittel der Gesamthöhe mit Edelholz und Marmor verkleidet sind. Die Saaldecke trägt Stuckkassetten, an der Westwand steht ein dreistöckiger Marmorkamin. Der Mittelturm steht frei in dem ehemaligen Hofraum, der Zwischenraum ist in jedem Geschoss zu einem ringsum laufenden Gang verwendet worden. Die innere Einrichtung der Räume, die aus neuerer Zeit stammte, ist nicht mehr vorhanden.

Der Ausblick vom Jagdschloss Granitz Das Schloss besteht heute aus vier kleinen Ecktürmen, und dem 38 m hohen Mittelturm. Das Erklimmen der gusseisernen Wendeltreppe des Mittelturms führt die Gäste zur Aussichtsplattform, von dort aus schaut man auf das umwerfende Panorama der Insel. 154 Stufen müssen die Besucher bewältigen bis sie vom faszinieren Panoramablick über die Insel und die Ostsee gefangen genommen werden. Bis heute ist es der Hauptanziehungspunkt für die jährlich mehr als 200.000 Gäste aus aller Welt. Damit ist das Jagdschloss Granitz das meist besuchte Schloss in Mecklenburg-Vorpommern. Bis 1945 gehörte das Schloss der Familie zu Putbus.

Im Jahr 1963 wurde das Schloss als Museum wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Ab 1982 begannen umfangreiche Baumaßnahmen. Seit 2003 wird das Jagdschloss von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern betreut. Das Jagdschloss dient heute als Museum, das Einblick in die Lebenswelt des Putbuser Fürstenhauses geben will sowie in die Jagd- und Tierwelt auf Rügen. Die Freitreppe ist mit zwei Wolfshunden verziert und führt zum imposanten Marmorsaal. In diesem befinden sich vier große Gemälde von Eibel und Kolberg, welche die Geschichte Rügens schildern. Im Kellergewölbe werden sich die Besucher ins Mittelalter zurückversetzt fühlen. Dort kann man eine kleine Brennerei besichtigen, weiterhin sind Skulpturen, Waffen- und Geweihsammlungen zu sehen.

Weitere Informationen unter: www.jagdschloss-granitz.de