Ernst Moritz Arndt Turm

Der Aussichtsturm auf dem Rugard in Bergen

Der Ernst Moritz Arndt Turm in Bergen

Die Stadt Bergen befindet sich am 91 m hohen Rugard, auf dem 1877 der Ernst-Moritz-Arndt-Turm erbaut wurde, der zu Ehren des Dichters, der in Groß-Schoritz auf Rügen geboren wurde, seinen Namen erhielt. Von der Aussichtsplattform genießt man einen wundervollen Blick über die Insel.
Mit diesem 27 m hohen Backsteinrundturm wurde Ernst Moritz Arndt in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts ein Denkmal gesetzt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Dezember 1869, dem 100. Geburtstag des Dichters. Man entschied sich für den Entwurf des Berliner Architekten und Baumeisters Hermann Eggert und begann im Herbst 1872 mit dem eigentlichen Bau, der aus Geldmangel erst 1877 vollendet werden konnte. Finanziert wurde der Bau durch Spenden des Volkes, an denen sich sogar Kaiser Wilhelm I. mit tausend Talern beteiligte.
Das Waldgebiet des Rugards hatte in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts eine Höhe erreicht, die einen ungehinderten Rundblick von der obersten Galerie des Turms nicht mehr zuließ. Bürger reichten einen Vorschlag ein den Turm zu erhöhen, der sich aber nicht durchsetzen konnte. Im Jahre 1944 wurde die Kuppel entfernt und mit einer Flak ersetzt. Die Rote Armee nutzte den Turm anschließend von 1945- 1953. Von diesem Zeitpunkt an war das Denkmal für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Im darauf folgenden Jahr wurde die Plattform abgerissen und der Turm bekam seine neue/alte Kuppel zurück. Seit 1955 ist der Turm in seiner Form geblieben und wurde bis ins Jahr 1999 nicht verändert. Außerdem gab es zu dieser Zeit nur kleine Schönheitsreparaturen und keine Restauratorische Arbeiten.



Der Arndt - Turm auf der Insel Rügen. Nach dem Entwurf und der Aquarelle von Baumeister Eggert 1874 in Berlin.
Der Ernst Moritz Arndt Turm auf der Insel Rügen
(Nach dem Entwurf und der Aquarelle von
Baumeister Eggert 1874 in Berlin.)

Bei der von 2000 bis 2002 durchgeführten grundlegenden Sanierung hat man sich daher entschieden, die aus dem Jahr 1955 stammende Holzkuppel gegen eine Kuppel aus Glas und Stahl zu ersetzen (unter Beibehaltung der historischen Form), und somit eine höher gelegene, zusätzliche Aussichtsebene zu schaffen.
Von dort aus (118m über NN) lassen sich bei guten Wetterverhältnissen weite Teile der Insel bis zur Küstenlinie überschauen. Um die Aussicht erleben zu können sind aber erst die 80 Stufen der Wendeltreppe zu bezwingen. Aber die Mühe und Überwindung lohnt sich.

Der Ernst-Moritz-Arndt-Turm ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1970 immer noch ein Anziehungspunkt für Urlauber und Einwohner der Insel Rügen.
Am Fuße des Turms lädt ein Ausflugslokal zur gemütlichen Pause ein. Gut zu erkennen ist in der Umgebung der slawische Burgwall, der von 700 bis ins 12. Jahrhundert hier existierte.

Vom Markt in Bergen ist der Turm in wenigen Minuten erreicht. Über die Vieschstraße und den Rugardweg gelangt man nach knapp 1 km dorthin. Es gibt aber auch einen Parkplatz direkt am Rugart.

Der Königsstuhl und der Ernst-Moritz-Arndt-Turm auf gleicher „Augenhöhe“?

Der 1877 erbaute Ernst-Moritz-Arndt-Turm befindet sich auf dem 91 m hohen Rugard (Bergen). Von der Aussichtsplattform genießt man einen wundervollen Blick über die Insel. Der Backsteinrundturm ist ca. 27m hoch. Damit ergibt sich eine Gesamthöhe von ca. 118m über NN.
Das Plateau des Königsstuhls an der Kreideküste des Jasmund befindet sich ebenfalls in einer Höhe von ca. 118m über NN.
Auf der Treppenanlage zum Strand am Fuße des Königsstuhls sind ca. 412 Stufen zu überwinden! Dagegen scheinen die 80 Stufen der Wendeltreppe des Ernst-Moritz-Arndt-Turmes recht wenig. Die Mühe und Überwindung lohnt sich aber in beiden Fällen.
Die höchste Erhebung der Insel Rügen wiederum ist aber der Piekberg im Nationalpark Jasmund mit 161m über NN. Und der Nationalpark Jasmund ist der kleinste Nationalpark Deutschlands.