Windschöpfwerk Lobbe

Das Wasserschöpfwerk bei Lobbe auf der Halbinsel Mönchgut

Das Wasserschöpfwerk bei Lobbe auf der Halbinsel Mönchgut

Das Wasserschöpfwerk Lobbe ist eine denkmalgeschützte Windpumpe bei Lobbe. Das Windrad befindet sich östlich der von Middelhagen nach Lobbe führenden Landstraße (am ehemaligen Ausfluss des Großen Lobber Sees) auf der zu Rügen gehörenden Halbinsel Mönchgut. Es ist das letzte erhaltene der ursprünglich ca. 33 zwischen 1900 und 1965 auf Rügen gebauten Windschöpfwerke und gilt als Wahrzeichen des Mönchguts. Ermöglicht wurde der Erhalt durch die Rekonstruktion in den Jahren 1987/88, ausgeführt vom damaligen VEB Meliorationskombinat Rostock, Betriebsteil Gingst.

Erbaut wurde das Windschöpfwerk Lobbe um 1920 als sogenannter Langsamläufer und diente zum Abschöpfen von Wasser. Rund um den Großen Lobber See wurden damit die Grün- und Röhrichtflächen entwässert und somit die landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets möglich. Das Einzugsgebiet betrug etwa 500 ha, wobei die eingedeichte Polderfläche 260 ha betrug. Polderfläche = Fläche die unter dem Außenhochwasser liegt und durch Eindeichung geschützt ist. Die Höhe der Windachse beträgt 14 Meter, der Durchmesser der Windrose 9,9 Meter.

Schöpfwerke sind Pumpen zur Entwässerung von vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Gebieten bei völligem oder teilweisem Fehlen natürlicher Vorflut. Bei den Windschöpfwerken erfolgt die Hebung des Wassers über Archimedische Schnecken, die durch Windkraft angetrieben wurden.

Das Schöpfwerk Lobbe wurde zwar 1955 außer Betrieb genommen, dennoch ist es ein sehenswertes Zeugnis technischer Entwicklung aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Es erfolgte dann der Einsatz elektrisch betriebener Pumpen. Mit der heute eingesetzten Propellerpumpe und einem 37 kW - Motor können bis zu 3.150 m3/h gefördert werden.

Von August 1996 - Juni 1997 erfolgte eine erneute Restaurierung des Technischen Denkmals der Produktionsgeschichte mit einem Finanzaufwand von 326.400 DM.