Bernstein

Bernstein - Das Gold der Ostsee

Bernstein - roh Bernstein ist ein uraltes gelbes bis braunes Baumharz ausgestorbener Nadelhölzer des Tertiärs. In dieser Zeit der Erdgeschichte tropfte aus den Bäumen das Harz auf den Waldboden, und erhärtete nach 30-40 Millionen Jahren zu dem kostbaren Bernstein. Vermutlich werden es riesige Wälder gewesen sein, da Jahr für Jahr große Mengen dieses Steines an den Küsten der Nord- und Ostsee angeschwemmt werden.

Das fossile Baumharz Bernstein, welches in unserem Raum gefunden wird, hat die Sammelbezeichnung "Baltischer Bernstein". Jedoch gibt es eine Vielfalt von verschiedenen Sorten von Bernstein, es sind vollkommen durchsichtige Stücke zu finden, aber auch mehr oder weniger trübe und undurchsichtige Brocken.

Große Beachtung und eine sehr interessante Betrachtungsweise bieten die klaren Bernsteinstücke, in denen sich Einschlüsse auch Inklusen genannt, befinden. Diese Bernstein-Inklusen sind erhaltene Reste von Pflanzen und insbesondere Insekten, die infolge des Fossilisationsprozesses sonst in keinem Schichtgestein in so wundervoller Erhaltung wiederzufinden sind.
Der Bernstein ist offensichtlich ein gutes Konservierungsmittel für diese leicht vergänglichen Naturkörper geworden, etwas einmaliges, was in der Natur anzutreffen ist. Schon in der Steinzeit fanden unsere Vorfahren Interesse an diesem glänzenden Stein, wenn dieser an den Küsten der Nord- und Ostsee vom Wasser angespült wurde, so hoben sie ein und wieder ein Stück dieser durchsichtigen, leichten und spröden Gebilde auf, und trugen diese nach roher Bearbeitung als Amulett.
Später in der Zeit des römischen Kaiser kam der begehrte Bernstein nach Italien. In Rom diente er gar als Tauschobjekt, der Bernstein war in dieser Zeit groß in Mode gekommen. Bis zur heutigen Zeit haben sich die Menschen das Interesse an diesem einmaligen Stein erhalten.

Bernstein mit Einschlüssen Schon sehr früh erkannten die Menschen, dass sich der spröde und nicht harte Stein sehr leicht bearbeiten lässt, man entwickelte die handwerkliche Kunst des Bernsteinschnitzens. Besonders im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich das Kunstwerk der Bernsteinschnitzerei. Aus den Steinen wurden viele wertvolle Gegenstände hergestellt.

Die Bernsteinschnitzer erweiterten ihr Kunstgewerbe und fertigten einzigartige Reliefbildnisse, Leuchter und Schatullen an. Aus dieser Zeit stammen auch eine Anzahl wundervoller Behälter und Gefäße, oftmals wurden diese Becher, Humpen und Kannen mit Gold oder Silber verziert, so dass sie noch heute als Kunstwerke Bewunderung erfahren.
Mit Beginn des vorigen Jahrhunderts gingen die Menschen dazu über, kleine Gebrauchsgegenstände und Schmucksachen in großen Mengen herzustellen. Diese Schmucksachen, wie Anhänger, Armbänder und Ketten aus Bernstein sind bis in die heutige Zeit im Allgemeinen beliebt. Jedoch die Faszination Bernstein zu finden ist Jahr für Jahr geblieben. Ob Urlauber oder Einheimische, sie zieht es immer wieder an die Strände der Ostsee, ins besondere nach großen Stürmen auf der Suche nach einem kostbaren kleinerem oder größerem Stück Bernstein.

Hinweise zur Echtheitsprüfung

Ursprünglich hieß der Bernstein "Brennstein" und das weist auch schon auf eine seiner Eigenschaften hin: Bernstein ist brennbar. Man kann also durchaus mit offener Flamme prüfen, ob der "Stein" brennt.

Etwas weniger "brutal" ist schon eine glühende Nadel: Diese hält man an den Stein und zieht sie mit etwas Druck darüber. Bei echtem Bernstein bildet sich eine Rille und der Stein wird schmierig bzw. riecht harzig.
Leider wird das Material bei diesen Prüf-Methoden beschädigt.

Bernstein ist ein recht weiches Material (Härte von 2–2,5 auf der Mohs-Skala) Es ist also möglich, mit einem Messer, sogar mit einer Kupfermünze eine Furche in die Oberfläche des Bernsteins zu ritzen.

Bei den folgenden Methoden wird der Bernstein nicht beschädigt:

Die Schwimmprobe: Bernstein geht in Süßwasser (z.B. Leitungswasser) sofort unter, schwimmt aber in stark salzhaltigem Wasser, zum Beispiel in gesättigter/ 10%iger Kochsalzlösung (ca. 2 Esslöffel Kochsalz auf ein Marmeladenglas mit Wasser).
Plastik schwimmt auch auf Süßwasser, Steine und Glas (auf braune Glasscherben, die einige Zeit von der Meeresbrandung bearbeitet worden sind, fällt man sehr leicht rein) versinken auch im Salzwasser. Diese Probe erleichtert das Sammeln bzw. Aussortieren ganz wesentlich.

Ein weiterer einfacher und zerstörungsfreier Echtheitstest basiert darauf, dass sich Bernstein statisch auflädt: Reiben Sie den am Strand gefundenen Stein an Ihrer Kleidung: Der aufgeladene Bernstein zieht kleine Papierschnipsel, Stoff-Fasern oder Wollfussel an.