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Mystische Steine

Erlensumpf in der Nähe des Herthasee Sagenstein und Opferstein an der Herthaburg und dem Herthasee

Es gibt mystische Orte auf der Insel Rügen von denen sich Menschen immer wieder ganz besonders magisch angezogen fühlen. Der Sagenstein und der Opferstein in der Nähe der Herthaburg und des Herthasees im Nationalpark Jasmund gehören dazu.


Der Sagenstein Beim so genannten Sagenstein in der Nähe der Herthaburg handelt es sich um einen interessanten Stein, dessen Eindrücke als Fuß eines Erwachsenen, eines Kindes undeines Hasen interpretiert wurden. Die dazugehörige sagenumwobene Geschichte handelt von einer Jungfrau, die angeblich mit dem Teufel im Bunde stand. Bei einer sogenannten Reinheitsprobe erscheint ein Kind als Engel und geht mit der Frau über den Stein. Der dritte Fußgänger über den Stein ist der Teufel in Gestalt eines Hasen.

Die Sage erklärt dieses folgendermaßen:
Als noch der Hertha-Dienst auf der Insel bestand, war unter den Priesterinnen eine die sich besonders durch Jugend und Schönheit auszeichnete. Diese hatte heimlich ein Liebesbündnis mit einem fremden jungen Ritter, der sie allnächtlich im Walde erwarte. Der Hohepriester der Göttin hatte aber Kunde erhalten, dass eine der Jungfrauen ihn hintergehe, und als keine die Schuld bekennen wollte, führte er sie alle hinaus an den Stein und ließ eine nach der anderen mit entblößten Füßen darüber schreiten. Als nun die Schuldige den Stein betrat, blieb zum Entsetzen aller die Spur ihres eigenen und eines kleinen Kinderfußes darauf zurück. Jetzt war ihre Schuld offenbar und der Priester stürzte die junge Sünderin von der Höhe der Stubbenkammer ins Meer; aber die mitfühlende Göttin ließ sie sanft hernieder gleiten in die Arme ihres Geliebten, der dort mit einem Schiffe ihrer harrte.

Der Opferstein Im Unterschied zum Sagenstein ist der sogenannte Opferstein mit der angeblichen Blutschale wahrscheinlich im 19. Jahrhundert bewusst als Sehenswürdigkeit für die Touristen an seine heutige Stelle gebracht worden. Immer wieder wurde seit dieser Zeit die rinnenartige Aushöhlung in einem der Steine auch rot angestrichen, um sie als Opferrinne zu kennzeichnen. Bei der sogenannten Blutschale, die angeblich zum Auffangen des Blutes diente, handelt es sich um einen Mahlsteintrog, der auch extra für die Touristen an diesen Ort gebracht wurde.

Das alles hat also nichts mit Magie, Zauberei und Hexerei zu tun. Dennoch sind der Sagenstein und Opferstein mit ihrer Umgebung ganz besonders magische Orte, von denen man sich immer wieder angezogen fühlt, wenn man einmal dort gewesen ist.
Den Reisenden erzählten einst Kinder an diesem Ort die zu den Steinen gehörenden Geschichten und verdienten sich so ihr Taschengeld. Hier de Geschichte der Opfersteine, so wie sie der Rügenforscher Alfred Haas im Jahr 1920 überlieferte: "In der Nähe der Herthaburg liegt ein großer Felsblock, welcher im Munde des Volkes Opferstein heißt. Auf ihm sollen ehemals Menschenopfer dargebracht sein, man weiß aber nicht mehr genau, ob der Hertha oder einer anderen heidnischen Gottheit. Der zu opfernde Mensch wurde, nachdem auf dem Wall der Herthaburg ein feierlicher Opferumgang gehalten worden war, mit dem Rücken in die ausgehöhlte Fläche des Steines gelegt, so dass sein Kopf über die obere Kante desselben hervorragte. Wenn dann der Kopf vom Rumpfe getrennt war, floss das Blut in der an der anderen Seite des Steines befindlichen und noch jetzt sichtbaren Blutrinne ab und wurde in einem ausgehöhlten Steine aufgefangen, welcher sich gleichfalls noch am Fuße des Opfersteines befinde. An die Stelle, wo das Blut von dem Steine abfloss, soll sich niemals Moos ansetzen.


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