Großsteingräber

Großsteingräber und Hünengräber auf der Insel Rügen

Das Hünenbett von Nobbin Großsteingräber, im deutschen Sprachgebrauch oft als Hünengräber bezeichnet, sind bis in unsere Tage mit vielen ungelösten Rätseln verbunden. Rätsel, die in früheren Zeiten den Nährboden für allerlei Sagen und mystische Erzählungen lieferten. Kein Wunder, wurden diese Großsteingräber doch aus gewaltigen, oftmals unbehauenen und tonnenschweren Findlingen errichtet. Eine Leistung und Arbeit, die nach der Weisheit und Lebenserfahrung unserer Vorfahren, nur von wahren Hünen verrichtet werden konnte. Es steht außer Frage, dass die steinzeitlichen Baumeister mit der Errichtung dieser Großsteingräber eine bewundernswerte Leistung erbracht haben, die die Menschen auch heute noch in Staunen versetzt.

Rügenkarte aus dem Jahre 1835 von Friedrich von Hagenow Friedrich von Hagenow (1797 – 1865) verzeichnete in seiner Bestandsaufnahme, die er zwischen 1825 und 1829 im Rahmen der Vorarbeiten zu seiner Rügenkarte vorgenommen hatte, noch 229 Großsteingräber. Obwohl davon heute nur noch etwa ein Viertel erhalten ist, gehören die Hühnengräber immer noch zu den charakteristischen Merkmalen der rügenschen Landschaft und bestimmen das Bild der Insel ebenso wie die Kreidefelsen, die Feuersteinstrände, die Bodden und die Wieken. Sie stehen da, mal einzeln, mal in Gruppen, wie Zeugen einer versunkenen Zeit. Sie liegen geschützt im Wald oder frei auf hohem Uferrand, den Winden des Baltischen Meeres ausgesetzt.

Zu allen Zeiten haben sich Menschen unabhängig von ihrer Kulturzugehörigkeit Gedanken gemacht über den immerwährenden Zyklus von Geburt und Tod, von Schöpfung und Vergänglichkeit. Die Großsteingräber mögen ein Hinweis darauf sein, dass auch für die Angehörigen dieser Kulturstufe der Sinn des Lebens, die Frage nach dem Woher und Wohin, ein dringliches Problem gewesen sein muss. Die mächtigen erratischen Blöcke des skandinavischen Urgesteins schienen wie geschaffen, dem flüchtigen Moment irdischen Daseins ein Stück Ewigkeit entgegenzusetzen.

Überall auf der Insel findet man verschiedene Arten von Großsteingräbern. Das Herzogsgrab im Mönchsguter Forst, der Pfennigkasten und das Fürstengrab auf Jasmund, das Hünenbett von Nobbin, die Ziegensteine bei Putbus, sowie die Gräber bei Lauterbach, Silvitz, Nadelitz und bei der Waldhalle in der Stubnitz sind nur einige der sehenswerten Beispiele. Besondere Beachtung verdient auch das Gräberfeld bei Lancken-Granitz. Von Baumgruppen umgeben und inselartig auf einem Feld liegend, bildet das Ensemble von fünf Großsteingräbern eine Art prähistorischen Friedhof.


Bilder - Galerie Großsteingräber